auf der Suche nach mir selbst

Umzug

Bin umgezogen!

Da myblog irgendwie Einwände gegen meine IP-Adresse hat und mich meistens nicht reinlässt, habe ich jetzt mein Blog zu wordpress rübergezogen. 

Hoffe, dass ihr auch da meine Einträge noch lesen wollt. 

liebe Grüße an alle, die bisher hier gelesen haben. 

Das neue Blog erreicht ihr, wenn ihr auf das Banner oben klickt.

1 Kommentar 17.8.10 18:31, kommentieren

Erwachsen werden - Fasten als Übergangsritual (?)

Irgendwie hat es sich in meinem Kopf fest gesetzt.

Ich kann erst erwachsen und selbstverantwortlich werden, wenn ich mal drei Wochen gefastet habe. 

Mikao Usui, der Reiki-Gründer hat es getan. Buddha hat gefastet, Jesus hat gefastet, Mohammed hat gefastet.

Ich will auch. 

In vielen Indianerstämmen gehörte es früher zum Kult, Jugendliche solange fasten zu lassen, bis sie Wahnvorstellungen hatten, und diese Visionen bestimmten dann ihr Lebensziel, wie sich sich verhalten wollten und was für geheime Fundstücke sie als Glücksbringer bei sich trugen. 

Was ist dran? Bin ich eine abgehobene Träumerin? 

Ich habe kürzlich fest gestellt, es geht mir bei meinem essgestörten Verhalten gar nicht so sehr ums Abnehmen. 

Es geht mir mehr ums Fastenerlebnis, und danach möchte ich restriktiv essen. Nicht um davon richtig dünn zu werden, sondern weil ich es als so gierig empfinde, viel zu essen. 

Das steht einem erwachsenen, reifen Menschen nicht zu, der soll was Vernünftiges aus seinem Leben machen, statt es mit Fressen zu verbringen. Und ok, das hat jetzt doch mit Figur zu tun, der soll keinen albernen Babyspeck mit sich schleppen, sondern, nur aus Knochen, Muskeln und ganz viel Geist und Seele bestehen. 

Ich mag nicht eine dieser Frauen sein, die zwar schön und rund und sexy sind, aber ihre Reize dazu einsetzen, dass andere Menschen für sie stark sind. 

Ich suche selber nach eigener Stärke, möchte unabhängig von Männern sein, die mich süß finden, und ein fettfreier Körper ist ein Symbol dafür. 

Ich kann dieses Klischee nicht verstehen, dass Magersüchtige Kind bleiben wollen und sich ihre weiblichen Merkmale weghungern wollen, bei mir ist es eher andersherum. Fett und Gier und ungehemmtes Essen als Bedürfnis stillen ist kindisch. 

Um erwachsen zu werden, sollte man seine Bedürfnisse einschränken und anderen helfen. Essen nicht mehr als Beruhigung und Vergnügen, sondern wenig und ethisch sinnvolles Essen (mindestens vegetarisch), um den Körper gesund zu erhalten. 

Nicht mehr, Spaß am Essen konnte man doch genug haben, als man noch Kind war und wachsen musste. 

Außerdem, Spaß am Essen hatte ich das letztemal in einer meiner Hungerphasen, als ich jeden meiner wenigen Bissen begeistert berochen habe, jeden Krümel einzeln schmecken konnte und mir dazu immer wieder mit geschlossenen Augen die Sonne ins Gesicht scheinen lassen konnte.

In meinen Normalessphasen brauche ich zu viel Disziplin, um nicht entweder alles stehen zu lassen oder direkt die ganze Küche leer zu fressen. 

Und wenn ich viel esse, dann ekele ich mich zu viel vor mir selber, um es noch genießen zu können. 

Ich träume nicht davon, dünn zu werden und alles essen zu können, sondern das begrenzte Essverhalten ist mein Traum. 

Und solange ich mein Fasten nicht hinter mich gebracht habe und dann versuche normal zu essen, fühle ich mich noch als Kind, das hemmungslos seinen Bedürfnissen nachgehen darf. 

Und fresse. 

Ein Kind kann die Verantwortung abgeben, wird irgendwann gestoppt. Mich stoppt keiner mehr, außer vielleicht mein Magen, wenn nichts mehr passt. 

Und doch, irgendwas hält mich noch von meinem Fasten ab. 

Ich suche nach dem richtigen Termin, wo ich wirklich drei Wochen Ruhe habe, ohne jemanden vor den Kopf stoßen zu müssen, der mich zum Essen einladen will. 

Ich fühle mich noch zu sehr als Kind, um selber zu entscheiden, jetzt gegen den Willen aller so lange zu fasten. 

Ich weiß zu viel über Essstörungen und habe Angst, dadurch rutsche ich noch tiefer in ein gestörtes Verhalten. 

Und doch will ich es, jeden Tag mehr. 

Und bis ich es mal mache, hüpfe ich zwischen Hungern und Fressen und ein bisschen halbherzigem Normalessen hin und her.

Wann kommt mein Tag?

7 Kommentare 15.8.10 17:33, kommentieren

Zwei kämpfende Raubtiere

Solange sie miteinander beschäftigt sind, können sie mir nicht allzuviel tun.

Erst wenn ich eins töte, greift das andere mich an. 

Meine zwei Esstörungen sind diese Raubtiere, Fresssucht und Sucht nach Hungern. 

Meist halten sie sich wunderbar die Waage, ich denke zwar immer zu viel übers Essen nach, aber ich ess mal zu viel mal zu wenig, und keinem fällts auf, und ich kann damit auch leben. 

Dann habe ich gegen die Fresssucht gekämpft. Schon hat das Hungern mich überfallen, wochenlang aß ich kaum was, hatte auch keinen Hunger und keinen Bock auf Essen. 

Dann gönnte ich mir eine Ausnahme, befreite die Esssucht aus ihren Fesseln, ihrer Betäubung, und alles war wie beim Alten. Fressen, hungern, fressen, hungern. 

Dann wollte ich gar nicht mehr essgestört sein. Hörte auf, zu hungern, aß normal. Hungersucht lag gefangen am Boden. Und nach dem Essen überfiel mich das Raubtier Fresssucht, zwang mich dazu, immer weiter zu essen.Im Urlaub heimlich Schokotafeln einzuschieben, wenn mein Bruder auf Klo war. Stof, stopf, stopf. Bis ich mal irgendwann platze und dick und fett werde.

Vielleicht sollte ich die Hungersucht wieder frei lassen. 

Besser, die Raubtiere kämpfen gegeneinander und ich kann interessiert zuschauen, als dass sie mich überfallen, mich beherrschen. 

Wie geht man mit unsterblichen Raubtieren um? Beide fesseln, beide betäuben? Kann ich sie irgendwie vertreiben? Oder lassen sich sich zähmen, zu zahmen Hauskatzen machen? Oder einfach weiterkämpfen lassen? 

Irgendwie fasziniert mich gerade der Gedanke, sie zu zähmen. Dann habe ich zwei starke Begleiter, mit denen ich vor nichts sonst mehr Angst haben muss. 

Klingt gut, muss ich nur noch praktisch umsetzen. Wird noch spannend.

1 Kommentar 15.8.10 17:07, kommentieren

Unterschiedliche Mentalitäten

Im Urlaub ist mir ein großer Unterschied zu meinem Bruder aufgefallen:

Ich fand es toll, wenn alles unwägbar war, wir draußen schöafen mussten, und tagsüber rumliefen, bis wir todmüde waren. 

Mein Bruder war erst dann zufrieden, wenn wir sichere Übernachtungen gebucht hatten und uns kleinere Tagestouren vornahmen.

Und ich frage mich: 

Sind wir einfach ein bisschen unterschiedlich und das ist nicht weiter schlimm?

Ist mein Bruder noch ein kleines Kind, das ein Zuhause mit Schlüssel und Bad braucht, während ich schon so gefestigt bin, dass ich mein Zuhause auf einen Rucksack verkleinern kann?

Oder ist es die destruktive Seite in mir, die mich beim Laufen bis an meine Grenzen treiben will, beim Schlafen draußen hofft, dass mir mal was passiert, und meine Grenzen sucht, wo es nur geht, bis es irgendwann nicht mehr geht?

Mein Nachdenken hat mich nicht weiter gebracht, kann ich die Frage irgendwann lösen?

 

1 Kommentar 15.8.10 16:56, kommentieren

Freuen auf Zuhause

Ja, wir haben uns auch auf Zuhause gefreut, mein Bruder und ich.

Aber worauf? Ich finde die Bilanz echt traurig und erschreckend. 

Nicht wirklich auf Eltern und Freunde, einfach darauf, unsere Lieben wieder zu sehen.

Ich freute mich darauf, meinen Bruder endlich los zu sein, mehr Zeit fürs Alleinsein haben, nicht mehr krampfhaft "normal" essen zu müssen. Und auf meinen Computer, Internet, in Blogs und Foren lesen zu können. 

Mein Bruder freute sich darauf, endlich wieder am Computer spielen zu können, vielleicht noch der Coole zu sein, der von einem tollen Urlaub erzählen kann. 

Aber nirgendwo Freude auf unsere Mitmenschen. 

So schade. 

15.8.10 16:42, kommentieren

Courage is

So schön und so wahr, solltet ihr euch mal angucken. Es macht mir immer wieder Mut.



Die schönsten Zitate aus dem Lied habe ich mal auf deutsch übersetzt:


Mut ist, wenn du Angst hast und dich weiter bewegst, trotz allem. Mut ist, wenn du gequält bist, aber weiter lebst, trotz allem.


Nimm all meine Vorurteile und lass die Wahrheit zu Wort kommen. Nimm all meine Zweifel und Bedenken und lass mich sein, was darunterliegt.


Bei einem Vogel mit gebrochenen Flügeln geht es nicht darum, wie hoch er fliegt, sondern welches Lied er singt.


Mut ist, wenn du weiter lebst, trotz allem. Es geht nicht darum, wie oft du niedergeschlagen wirst, sondern wie viele Male du wieder hochkommst.


Mut ist, wenn du deinen Weg verloren hast und trotz allem deine Kraft findest.


Mut ist, wenn du etwas veränderst und trotz allem weiterlebst, dich trotz allem weiter bewegst, trotz allem auch gibst, trotz allem auch liebst.

1 Kommentar 15.8.10 16:32, kommentieren

Bauchklatscher

 1 Woche Urlaub - war herrlich.

Sogar das mit dem Essen hab ich einigermaßen normal hingekriegt, hatte viel Spaß, viele tolle Städte gesehen und mich super müde gelaufen, um alles angucken zu können. Ja, Urlaub war schön.

Aber dann kam ich zu Hause an. 

Mein Bruder wurde aufgefangen, hatte ein Sicherheitsnetz. Er hatte sich schon mit Freunden zum Computerspielen verabredet, hatte viel Spaß bis in die Nacht hinein. 

Und ich hing allein in meinem Zimmer und fraß die Kekse die vom Urlaub übrig waren, holte mir noch mehr Essen in dre Küche, rannte ständig rauf und runter. 

Und fühlte mich so allein. Keiner hatte sich auf mich gefreut. 

Nur meine Emails warteten auf mich. Von der Bibliothek. Leihfrist überschritten. 

Einen Koffer voll Bücher schleppen und wieder abgeben, eine riesige Nachzahlung leisten.

Und meine Waage wartete auf mich. Über 1 Kilo zugenommen im Urlaub. Die 6 Kilo, die ich in den letzten Monaten abgenommen hatte, alle wieder drauf. Dabei bin ich doch schon so schrecklich normalgewichtig. War ich auch noch mit den 6 Kilo weniger. Wenn ich so weiterfresse, bin ich selbst das bald nicht mehr, sondern richtig fett.

Wieder Rückzug, Selbstekel, Einsamkeit, Fressen. 

Ja, ich konnte wieder aufstehen, bin nicht am Bauch liegen geblieben. 

Aber hab mal wieder alle Menschen von mir weg gestoßen, die irgendwas mit mir unternehmen wollten, wollte nur allein sein. 

Ich räume mein Zimmer auf und hoffe, dass sich dadurch auch mein Inneres ordnet. 

Ich bin nett zu meiner Mutter und verberge dadurch, wie scheiße ich eigentlich bin. 

Mal sehen, was draus wird.

15.8.10 16:19, kommentieren